Purpose Marketing –
VOLVO gewollt langsamer

03. Dezember 2020

von Jörn Weiss

Purpose Marketing – VOLVO gewollt langsamer

03. Dezember 2020

von Jörn Weiss

Alle reden über E-Mobilität und autonomes Fahren. Währenddessen begeht VOLVO ein Sakrileg. Ein Revolutionär der Automobilindustrie? Auf jeden Fall ein Beispiel für HALTUNG – und zwar eine, die polarisiert.

CEO Håkan Samuelsson: “We want to start a conversation about whether car makers have the right or maybe even an obligation to install technology in cars that changes their driver´s behaviour, to tackle things like speeding, intoxication or distraction. We don’t have a firm answer to this question, but believe we should take leadership in the discussion and be a pioneer.”

Tatsächlich hat diese Haltung bei VOLVO eine lange Tradition. VOLVO ist Sicherheit – und das schon ewig. Seit 1927 gehört die Sicherheit beim Fahren zu den Grundwerten der schwedischen Automarke. Begonnen hat alles mit dem Dreipunktgurt, der von VOLVO selbst erfunden wurde. Um die Sicherheit auch anderen Automarken zu ermöglichen, wurde das Patent schon damals zur Verfügung gestellt. Tolle Haltung!

Die Sicherheit in VOLVOs wurde seither immer wieder revolutioniert und das Jahr 2020 spielt dabei eine nicht unwichtige Rolle:

VOLVO begrenzt die Höchstgeschwindigkeit aller Fahrzeuge mit 180 km/h.
VOLVO nennt es: „Absicherung“.


Die Automarke setzt damit ein Zeichen: Automobilhersteller sind dafür zuständig, die Sicherheit im Straßenverkehr für alle zu verbessern und dem Rausch nach Geschwindigkeit und Adrenalin eben nicht nachzugeben.

VOLVO zeigt sich mit dieser Entscheidung als Vorreiter. In Zeiten des Klimawandels regt VOLVO mit dieser Maßnahme zudem an, nicht nur sich selbst und andere zu schützen, sondern auch die Umwelt und das eigene Fahrzeug.

Auweia! Rücksichtnahme, Verzicht, Einschränkung? Sind die wahnsinnig??


Fakt ist: Geschwindigkeitsbegrenzung ist – verglichen mit der heiß geliebten Leistungssteigerung – eher uncool. Zumindest in einigen Ländern und ganz bestimmt in Deutschland.

In jedem Fall ist es ein „Umparken im Kopf“, das VOLVO einige Euros Umsatzverlust kosten dürfte. Oder doch nicht? Das potenzielle Momentum der Solidarisierung umwelt- und sicherheitsbewusster Autofahrer jedenfalls sollte man nicht unterschätzen. Zudem leben wir in einer Zeit, in der Dynamiken schlagartig die Richtung wechseln können. Vielleicht doch kein so schlechter Schachzug des Schweden? Vermutlich schon deshalb nicht, weil eine anders geprägte Generation (Auto-) Mobilität anders definiert.

VOLVO


möchte in Zukunft jedenfalls noch mehr verändern: Derzeit wird daran geforscht, wie durch eine intelligente Geschwindigkeitssteuerung das Tempo vor Schulen oder Krankenhäusern automatisch angepasst werden kann;

gestaltet die Zukunft anders und übernimmt Mitverantwortung für das Produkt, das es geschaffen hat;

zeigt Haltung.

Chapeau!

 

Jörn Weiss

 

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