Purpose Marketing #5

Im Interview:
C.HAFNER
EDELMETALL-TECHNOLOGIE

22. Januar 2021

von Jörn Weiss

Purpose Marketing #5

Im Interview:
C.HAFNER
EDELMETALL-TECHNOLOGIE

22. Januar 2021

von Jörn Weiss

C.HAFNER zählt zu den führenden Unternehmen Europas im Bereich der Edelmetall-Technologie. Das Unternehmen gewinnt Edelmetalle aus Sekundärmaterial, die zu Halbzeugen, Komponenten, Pulver und Barren weiterverarbeitet werden. Als weltweit erste Scheideanstalt beliefert C.HAFNER die Edelmetallbranche mit CO2-neutralem Gold. Welche Haltung dahinter steht, habe ich Birgitta Hafner, Geschäftsführende Gesellschafterin, gefragt – und drei interessante Antworten erhalten!

Welche Rolle spielt für Sie „Haltung“ in der Führung Ihres Unternehmens?


Die Themen „Haltung“ und „Purpose“ spielen bei C.HAFNER in der Tat eine sehr wichtige Rolle. Als Scheideanstalt sind wir eine Art „Grundversorger“ bzw. „Rohstofflieferant“ für die edelmetallverarbeitenden Branchen, sei es die Schmuck-, Uhren- oder Luxusbranche, technische Industrien oder die Dentalbranche. Ganze Wirtschaftszweige bauen und vertrauen auf uns. Daraus folgt für uns, dass wir eine hohe Verantwortung tragen, für das was wir tun und wie wir es tun. Die Zeiten, in denen Unternehmen nur bis zum Firmentor denken können, ändern sich ja zum Glück. Alles was wir tun hat Auswirkungen – gerade auf die Umwelt. Aus diesem Grund war der Schritt zum CO2-neutralen Gold für uns naheliegend. Auch der Recyclingbetrieb wurde bereits CO2-neutral gestellt, in Kürze folgt die CO2- Neutralstellung aller verarbeiteten Edelmetalle und die Neutralität des gesamten Unternehmens ist in Vorbereitung. Es sind aber nicht nur diese Maßnahmen: Wir beschränken uns zudem auf sogenanntes „Urban Mining“, also die ausschließliche Verarbeitung von Sekundärgold. Minengold hat bekanntlich eine sehr schlechte Ökobilanz und steht auch häufig mit der Verletzung von Menschenrechten in Verbindung. Deshalb lehnen wir dieses Material aus Überzeugung ab.

Welche Relevanz hat diese Haltung für Ihre Kunden?


Das müsste man die Kunden selbst fragen, aber nach allem, was wir bisher sagen können: Eine sehr große! Unser Verzicht auf die Verarbeitung von Minengold wurde schon immer sehr positiv aufgenommen und bei der CO2-Neutralität erleben wir es jetzt noch eindrucksvoller. Die Haltung generiert Interesse und erfährt Anerkennung, das Thema zieht an. Um es aber deutlich zu sagen: Es geht uns nicht um Lorbeeren. Unser Antrieb ist die Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt, sie ist fest in den Grundwerten unseres Unternehmens verankert. Sie ist, neben dem eigentlichen Geschäftszweck, ein zentraler „Purpose“, wenn man so will. Wir freuen uns, dass viele Kunden diese Haltung teilen und mitziehen. Sei es durch die Verarbeitung unseres CO2-neutralen Goldes, aber auch, indem sie selbst ihre Möglichkeiten ausloten, wie sie Verantwortung für unseren Planeten übernehmen können.

Was müssen Unternehmen heute anders machen – sehen Sie „Haltung“ als ein Marketinginstrument?


Ja durchaus, aber nicht im klassischen Sinn. Haltung ist kein „Konzept“, sondern entsteht von innen heraus, auf Grundlage eines Wertesystems. Und Haltung braucht Handlung. Allerdings muss man sehen, dass ein kurzer Hinweis auf der Website wenig Wirkung erzielt. Uns war schon wichtig, es deutlich zu sagen und das Thema argumentativ überzeugend und visuell ansprechend zu kommunizieren. Die Agentur VOLTAIRE, die mit Purpose Marketing Erfahrung hat, hat uns dabei sehr gut unterstützt.
Wir sind jedenfalls der Überzeugung, dass „Haltung“ für C.HAFNER, aber auch für andere Unternehmen, in der Außenwahrnehmung immer wichtiger wird. Und es ist legitim, wenn dadurch Geschäftskontakte, Aufträge oder Bestellungen entstehen. Unternehmen müssen wirtschaften. Natürlich können und werden wir nicht allein auf dieses Thema setzen, denn unsere Produkte und Leistungen stehen im Vordergrund. Wir sehen aber, dass ein aufrichtiger und überzeugender „Purpose“ immer mehr als Bestandteil unseres Markenimage wahrgenommen wird und zur Kaufentscheidung maßgeblich beiträgt. Und das bestätigt uns sehr!

Frau Hafner, herzlichen Dank für das Gespräch!

 

Autor: Jörn Weiss

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