Alles im Wandel – ein Quantum Change

31. Juli 2020

von Jörn Weiss

Alles im Wandel – ein Quantum Change

31. Juli 2020

von Jörn Weiss

Den Wandel gestalten. Hört man zurzeit oft. Aber welche Rolle spielt „Change“ für Marketing und Kommunikation? Meist eine eher zwanghafte. Weil wir ihn als Systemfehler betrachten. Dabei bietet „Change“ durchaus einige Reize…

Ein Projekt startet sinnvollerweise – wem sage ich es – mit ein paar Eckpfeilern. Dazu gehören „Aufgabe“ und „Ziel/e“, der Faktor „Zeit“ und natürlich das liebe Geld, meist „Budget“ genannt. Ich selbst beleuchte gerne bis kurz vor´m Kippen der kreativen Stimmung den „Ausgangspunkt“, weil er meist im Schatten der ersehnten Ziele steht. Ich trete regelrecht auf ihm herum, weil ich weiß, dass er chronisch unterschätzt wird. Unter den genannten Pfeilern ist er mein persönlicher Hero – neben dem Faktor „Change“, auf den ich gleich zu sprechen komme.

Was ist Change?


Zunächst mal wieder eines der beliebten Buzzwords. Und meist ein Terminus, mit dem man jene Veränderungen meint, die uns täglich um die Ohren fliegen. Zum Beispiel der „Digitale Wandel“ oder die „Digitale Transformation“. Beide eine Art übernatürliches Phänomen – wo es herkommt, wissen wir nicht so genau. Dieser Change ist machtvoll, gelegentlich übergriffig.

Change ist aber – je nach Standpunkt – auch das Gegenteil, also die bewusste und aktive Herbeiführung, das Erzeugen und Herauspressen von Veränderung. Disruptiv, auf Gedeih und Verderb. Hauptsache neu. Ein Game Changer. Ist aber ein anderes Thema.

Das Quantum Change


Ich verstehe unter Change aber noch etwas anderes. Etwas, das zu sehr spannenden und hilfreichen Erkenntnissen und Ergebnissen in der Kommunikation führen kann. Nämlich einen analytischen und zugleich strategischen Akt, die explizite Suche und Isolation von immanentem Change – in einer Maßnahme, einem Projekt, einer Anwendung – was auch immer. Mit anderen Worten: die Dimension einer Veränderung. Klingt kompliziert? Es geht ganz einfach, man stelle nur folgende Fragen:

  • Was ist der Kern einer bestimmten Veränderung?
  • Welche möglichen Auswirkungen verbinden sich mit ihr?
  • Welche Empfindungen und Gedanken können sie auslösen – positive, negative, indifferente, fiktive…
  • Wie wirken sie sich auf verschiedene Rezipienten aus? (Ein und dieselbe Veränderung kann sich zum Beispiel positiv auf den Kunden aber negativ auf den Mitarbeiter auswirken – und umgekehrt.)

Die Chance liegt nun darin, mögliche Reaktionen, wie Überraschungseffekte, Bedenken oder auch Ängste szenariengebunden zu isolieren und zu antizipieren, um ihnen nachgelagert kommunikativ zu begegnen oder sie bereits vorher zu vermeiden. Das Ziel ist jedenfalls immer, Veränderungen positiv zu gestalten und Unruhe, Produktivitätsverluste, Frustration, Kündigungen oder Stillstand zu vermeiden!

Jörn Weiss

 

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