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Generation Z – unsere Zukunft

2. April 2019

von Melanie Hauser und Sarah Müller










Sie gehen nicht ins Internet - sie leben darin. Fast vierundzwanzig Stunden am Tag. An sieben Tagen in der Woche sind sie online und erreichbar. Ermöglicht durch WhatsApp, Snapchat, Instagram und Co. Sie leben in einer Welt, in der Realität und Virtualität bereits verschmolzen sind. Likes und Follower sind ihre Art von Kommunikation – Pragmatismus und Optimismus ihr Denkansatz. Ihre Wertvorstellungen bringen die Arbeitswelt zum Umdenken.

Schon von klein auf haben sie den Umgang mit digitalen Medien erlernt. Die Generation Z, das sind in etwa die Jahrgänge rund um die Jahrtausendwende. Sie sind in einer digital vernetzten Welt aufgewachsen. Netflix, Google, YouTube und Co sind zu ständigen Begleitern geworden. Sie sind zwar inmitten von Krisen aufgewachsen: Finanzkrise, Eurokrise und Flüchtlingskrise – diese Krisen beeinflussen jedoch nicht bewusst ihren Alltag. Sie verfolgen Machtkämpfe um die neusten Technologien, legendäre iPhone-Präsentationen und Debatten über Auswirkungen der Digitalisierung. Sie leben in einer Zeit voller Umbrüche – technologisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich, politisch.

Anspruchsvoller als vorherige Generationen


Die Generation Z ist zugleich ein Teil der Veränderungen, besonders im Bereich der Arbeitswelt. Sie sind zukünftige Arbeitnehmer, Bewerber oder gerade in den Arbeitsmarkt eingetretene Mitarbeiter. Junge Menschen mit Wertvorstellungen – anders als sie noch vor zehn oder zwanzig Jahren gewesen sind.

Was ist dieser Generation wirklich wichtig? Nicht mehr der Firmenwagen ist das, das beeindruckt. Auch nicht das Geld. Familie steht im Vordergrund. Freizeit und Privatleben. Sie wollen Sicherheit. Unbefristete Arbeitsverträge und fixe Arbeitszeiten, aber bitte mit genügend Flexibilität in der Arbeitsgestaltung! Sie wollen Sinnhaftigkeit – keine bedeutungslosen Aufgaben. Anspruchsvolle Führungsaufgaben? – Nein danke. Verantwortungsvolle Projekte? – Her damit!

Generation Z tickt anders. Sie sind anspruchsvoller als die Generationen davor. Aber das können sie auch sein. Der Grund: Personalmangel. Außerdem wird die Generation Z die Babyboomer bis 2030 auf dem Arbeitsmarkt nahezu komplett ersetzt haben. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen sind davon betroffen. Aber auch Konzerngiganten wie Daimler müssen sich mit der Thematik auseinandersetzen. Sie müssen sich auf die kommenden Bewerber einstellen, Strategien anpassen, ihre Employer Brand überdenken und eventuell strategisch neu ausrichten. Denn sie, Generation Z, sind die Entwickler, Mechaniker, Maschinenbauer, die Gestalter und Denker von morgen.

Der Arbeitgeber und die Generation Z


Von Älteren wissen sie, dass Versprechen seitens des Arbeitgebers nicht immer eingehalten werden. Sie vergleichen daher objektiv und hinterfragen kritisch. Sie schauen sich erst einmal alles an: zunächst zurückhaltend und pragmatisch denkend. Sie distanzieren sich emotional mehr und mehr von ihrem Arbeitgeber. Honorieren aber auch Stabilität mit einer gewissen Loyalität.

Sie müssen also anders angesprochen, anders motiviert werden. Bewerbungen über WhatsApp, Laptop und Smartphone als Willkommensgeschenk, Homeoffice als Normalität: Firmen müssen kreativ werden. In ihren Botschaften und in ihrer Kommunikation. Sie müssen ihre Zielgruppe dort erreichen, wo sie sich aufhalten und auf die Art überzeugen, wie sie ticken: online – impulsiv und direkt, kreativ und informativ, motivierend und überzeugend.

Mittelweg zwischen Ignoranz und Hofieren


Generation Z ist die Zukunft, unsere Zukunft – das ist Fakt. Sie wissen, wie sie mit neuen Trends und digitalen Technologien umzugehen haben und wie sie diese für sich nutzen können. Unternehmen können einiges von ihnen lernen. Ihre Einstellungen und Bedürfnisse zu ignorieren wäre der falsche Ansatz. Ebenso wie ihnen alle Wünsche von den Lippen abzulesen oder sie als unnötiges Übel anzusehen.

Professioneller Umgang ist das Schlüsselwort! Individuelle Anpassungen an unterschiedliche Generationen und eine gezielte Ansprache durch überzeugendes Employer Branding sind notwendig. Dazu zählen zielführende Maßnahmen, die Unternehmen strategische Wettbewerbsvorteile schaffen: in Akquise, Motivation und Innovation. Sie bestimmen den langfristigen Erfolg eines Unternehmens und sichern den Nachwuchs.