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Case

Geretsried

Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung kann VOLTAIRE 2017 den Pitch der Stadt Geretsried gegen Münchner Agenturen für sich entscheiden. Das Thema: öffentliche Kommunikation für ein Städtebauprojekt. Die Besonderheit des VOLTAIRE-Konzepts: Es werden nicht nur architektonische Visionen inszeniert, sondern vor allem wichtige Change-Aspekte analysiert, aufgegriffen und in das Kommunikationskonzept eingewoben.

Im Süden von München, unweit des Starnberger Sees liegt die Stadt Geretsried – und erlebt seit 2017 im Rahmen eines groß angelegten städtebaulichen Projekts eine Erneuerung. „Neue Mitte“ nennt sich das Konzept und steht für eine neue Lebens- und Aufenthaltsqualität, Raum für Begegnung, angenehme Parkmöglichkeiten – und das alles im Ortskern.

Allerdings und wie so oft: Nicht jedem Bürger waren und sind die Änderungen willkommen. Moderne und höhere Gebäude, die Neugestaltung des zentralen Platzes, neue Shop- und Aufenthaltskonzepte und weitere Veränderungen werden von vielen Bürgern als negativ wahrgenommen. Dazu kommt die Erwartung einer mehrjährigen Baustelle, Lärm, Staub, Einschränkungen von Parkmöglichkeiten und vieles mehr, das als Beeinträchtigung und Bedrohung empfunden wird.

VOLTAIRE setzt deshalb bereits in der Wettbewerbspräsentation auf CHANGE. Nicht die Architektur steht – zunächst – im Vordergrund, sondern die Veränderungen. Der Ansatz: Negativaspekte, die von einigen Bürgerinnen und Bürgern aufgegriffen und im Rahmen von Beschwerden und Protesten gegenüber der Stadt vorgebracht werden, werden in das Kommunikationskonzept von Anfang an eingebunden. Das Ziel: Unschöne Konflikte und Auseinandersetzungen zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Stadt sollen vermieden oder verringert werden. Die Umsetzung: Die Baustellenkommunikation spricht von Anfang an offen und ehrlich über negative Begleiterscheinungen und begegnet ihnen mit positiven Ausblicken und Perspektiven.

Das Erscheinungsbild zeigt sich deshalb freundlich und sympathisch, greift lokale Gegebenheiten auf und integriert diese in das zentrale Key Visual. Bestehendes und Neues mischen sich bereits im Vorfeld auf abstrakter Ebene.

  • Visual für einen Bauzaun Juwelier Frankenberger
  • Visual für einen Bauzaun Bücher Ulbrich
  • Visual für einen Bauzaun Tee Siebert
  • Visual für einen Bauzaun Das kleine Schwarze
  • Visual für einen Bauzaun Top Haar

Auch im Hinblick auf die lokale Handelslandschaft, die mit Umsatzeinbußen zu rechnen hat, nimmt die Kommunikation Bezug. Bauzäune und Bodenplakate weisen dauerhaft auf lokale Angebote hin und unterstützen diese werblich während der Bauphase.

Das Gesamtkonzept erweist sich als sehr erfolgreich und trägt wesentlich zur Akzeptanz des Bauprojekts während der Bauphase bei.